Das Fanprojekt Dresden ist eines von knapp 50 sozialpädagogischen Fanprojekten in Deutschland und orientiert sich am „Nationalen Konzept Sport und Sicherheit“ und den gesetzlichen Bestimmungen des SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz).
Für uns ist der grundlegende Handlungsansatz die Mobile Jugendarbeit, die schwerpunktmäßig die §§ 11 und 13 SGB VIII verbindet und darüber hinaus verschiedene Methoden der sozialen Arbeit bündelt.
Das Fanprojekt Dresden verfolgt in erster Linie sozialpädagogische Ziele. Insbesondere sollen Stigmatisierungen jugendlicher Fußballfans verhindert bzw. abgebaut werden und die Aneignung des Sozialraums Fußballstadion bis zu einem gewissen Grad unterstützt werden. Daneben wird die Entwicklung und Verstetigung einer sportlich fairen, toleranten Fankultur und die Eindämmung von Gewalt in jeglicher Form (z.B. Verletzung von Persönlichkeitsrechten, Verstoß gegen Strafrechtsnormen, Konflikte mit der öffentlichen Ordnung) angestrebt. Darüber hinaus soll der Abbau von rassistischen und extremistischen Erscheinungsformen gefördert und zur Minderung des Alkoholmissbrauches in der Subkultur „Fußballfan“ beigetragen werden.
„Wir sind eine Anlauf- und Beratungsstelle für alle Fans, Fußballinteressierte und den Verein SG Dynamo Dresden.
Dazu stehen wir bei Problemen als Ansprechpartner zur Seite und vermitteln bei Bedarf auch an andere Einrichtungen oder Anwälte.“
„Wir bieten Unterstützung beim positiven Ausleben der Fankultur (z.B. bei der Durchführung von Choreografien) und anderen förderlichen Aktionen rund um den Fußball in Dresden.“
„Wir vermitteln bei Konflikten zwischen Fans und Polizei, den Ordnungskräften oder dem Verein und beraten zum Thema Stadionverbot.“
„Wir bieten jugendlichen Fußballfans die Möglichkeit, in unserem FANHAUS mit Gleichaltrigen in Kontakt zu kommen.“
Hier gibt es:
„Wir haben spezielle Veranstaltungen für Fußballfans. Dazu gehören Lesungen, Podiumsdiskussionen und Angebote für jüngere Fans (12-16 Jahre)“
„Wir kooperieren mit der Jugendgerichtshilfe und bieten Jugendlichen die Möglichkeit, durch Mitwirkung an verschiedenen Projekten gemeinnützige Stunden abzuleisten.“
Ein wichtiger Bereich unserer Arbeit ist die Begleitung der Dresdner Fußballfans bei den Heim- und Auswärtsspielen der SG Dynamo Dresden. Wir sind bei den Spielen der SG Dynamo Dresden anwesend und vermitteln bei Problemlagen.
Dabei verfolgt das Fanprojekt folgende Einzelziele (analog des Nationalen Konzeptes Sport und Sicherheit):
Vor allem durch:
Das Fanprojekt leistet vor allem Vermittlungs- und „Übersetzungsarbeit“ zwischen der Welt der jugendlichen Fußballfanszene und den Institutionen, die im Kontext Fußball mit der Fanszene in Berührung kommen und von evtl. Problemen mit der Fankultur betroffen sind. Dadurch tragen wir zur Deeskalation und einem toleranteren gegenseitigen Verständnis bei. So kann das in der öffentlichen Debatte mit Vorurteilen und Stereotypen behaftete und in den Medien als bedrohlich bezeichnete Jugendphänomen thematisiert, interpretiert und realistisch dargestellt werden. Ferner wird in öffentlichen Debatten als „Sprachrohr der Fans“ auf Konflikte und Probleme im sozialen Nahraum Fußball und Stadion aufmerksam gemacht und Vorschläge zum qualifizierten Umgang mit jugendlichen Fußballfans unterbreitet. Fanprojekt-Arbeit leistet also gezielte Öffentlichkeitsarbeit im Sinne von praktizierter Lobby-Arbeit, als eine Art Interessensvertretung für die Belange der Zielgruppe. Die Sichtweisen und Problemstellungen von Jugendlichen in ihrem Lebensumfeld sollen in gesellschaftspolitischen Zusammenhängen transportiert werden. Gleichzeitig erfolgt eine Information der Fußballfans über das öffentliche Empfinden ihrer Aktionen und Handlungen und das Aufzeigen von konstruktiven Lösungsansätzen zum beiderseitigen Vorteil. Gerade durch die Information der Presse/ Öffentlichkeit können bestehende Vorurteile und Ängste gegenüber Fußballfans abgebaut werden.