Auszeichnungen:   Theodor-Heuss-Medaille 2008    |    EMIL - Kriminalpräventiver Jugendhilfepreis 2008    |    Deutscher Lesepreis 2017    |    wirkt!-Siegel PHINEO 2019

§ 53 StPO reformieren – Vertrauensverhältnisse der Sozialen Arbeit schützen!

Das Bündnis für ein Zeugnisverweigerungsrecht in der Sozialen Arbeit (BfZ) vermisst Aussagen im vorgelegten Koalitionsvertrag der Ampel-Parteien zur Ausweitung des Zeugnisverweigerungsrechts für Sozialarbeiter*innen und mahnt dringend eine Überprüfung des seit beinahe 50 Jahren bestehenden Bundesverfassungsgerichtsurteils an. Die notwendigen und von allen künftigen Regierungsparteien als sinnvoll erachteten Diskussionsprozesse müssen nun innerhalb der neuen Regierung eingeleitet werden.

„Die Beratung und Begleitung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen erfordert ein Höchstmaß an Vertrauen. Das fehlende Zeugnisverweigerungsrecht für Sozialarbeiter*innen verhindert regelmäßig die Thematisierung sensibler Erfahrungen von Klient*innen einerseits und erschüttert im Extremfall die bestehende professionelle Beziehung nachhaltig“, so Matthias Stein, Sprecher des BfZ. Dies ist nicht nur in Handlungsfeldern relevant, in denen Adressat*innen vermehrt dem Verdacht ausgesetzt sind, Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten zu begehen. Auch Soziale Arbeit mit Betroffenen von Gewalt und mit Menschen, die sich durch Skepsis gegenüber staatlichen Akteur*innen auszeichnen kann regelmäßig nicht ihre volle Wirksamkeit entfalten, da das vertrauliche Wort im Beratungsprozess nicht vollumfänglich geschützt ist.

Im Vorfeld der Bundestagswahl erfragte das BfZ die Positionen der demokratischen Parteien im Bundestag zum Zeugnisverweigerungsrecht für die Soziale Arbeit. SPD, die GRÜNEN und die FDP betonten die Bedeutsamkeit und Besonderheit des Vertrauensverhältnisses zwischen Sozialarbeiter*innen und Adressat*innen als schützenswertes und notwendiges Gut. Während die GRÜNEN die Reform des § 53 StPO (Zeugnisverweigerungsrecht der Berufsgeheimnisträger) durch die Aufnahme von Sozialarbeiter*innen in den Kreis der geschützten Berufsgruppen befürworten, erachten die SPD und die FDP eine Abwägung mit den Aufgaben der Wahrheitsermittlung im Strafprozess zuvor als notwendig. „Wir fordern die neue Regierung nun auf, diesen Diskussionsprozess tatsächlich auch in den entsprechenden Arbeitsgruppen zu führen,“ so Matthias Stein. „Die Profession der Sozialen Arbeit hat sich in den letzten 50 Jahren enorm gewandelt und ist in ihren Aufgaben und Tätigkeiten nicht mehr zu vergleichen mit der Zeit, als das Bundesverfassungsgericht in 1972 über die Ausweitung des Zeugnisverweigerungsrechts für Sozialarbeiter*innen befand,“ ergänzt Michael Leinenbach, ebenfalls Sprecher des BfZ.

Hintergrund:

Praktiker*innen und Berufsverbände sehen seit Jahrzehnten die Notwendigkeit der Einführung eines Zeugnisverweigerungsrechts für Sozialarbeiter*innen. Dessen Fehlen erweist sich insbesondere in jenen Arbeitsfeldern als besonders problematisch, in denen die Adressat*innen vermehrt dem Verdacht ausgesetzt sind, Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten zu begehen. Probleme gibt es auch in Arbeitszusammenhängen, in denen Sozialarbeiter*innen regelmäßig im Kontakt mit den Strafverfolgungsbehörden stehen. Schon in Kommentierungen zum SGB VIII wird unterstrichen, dass das fehlende Zeugnisverweigerungsrecht ein Rudiment aus Zeiten sei, „in der das Jugendamt noch als ‚Helfer des Gerichts‘ angesehen wurde“. Ein aktuelles Rechtsgutachten unterstreicht die Dringlichkeit des Anliegens.

Vor dem Hintergrund einer immer schwieriger werdenden Lage im Arbeitsfeld wurde bereits 2014 eine Arbeitsgruppe mit Praktiker*innen aus dem Feld der Fanprojektarbeit ins Leben gerufen, die um Vertreter*innen aus der Wissenschaft, der Trägerlandschaft sowie Praktiker*innen aus angrenzenden Bereichen der aufsuchenden Arbeit bzw. der Arbeit mit sogenannter schwieriger bzw. gefährdeter Klientel erweitert wurde und mit der analytischen Betrachtung des praktischen, berufspolitischen und juristischen Umfelds der Fanprojekte und im Weiteren auch der Sozialen Arbeit mit auffälligen Jugendkulturen begann.

Das Bündnis für ein Zeugnisverweigerungsrecht in der Sozialen Arbeit wurde 2020 arbeitsfeldübergreifend von verschiedenen Bundesverbänden in Frankfurt gegründet.
Weitere Informationen: www.zeugnis-verweigern.de

Benny Kirsten liest zum Bundesweiten Vorlesetag

Am vergangenen Freitag herrschte große Aufregung vorm Stadion. Benny Kirsten hat sich zum Vorlesen angekündigt. Hintergrund ist die größte Vorlese-Bewegung in Deutschland. Bereits zum 18. Mal fand der Bundesweite Vorlesetag statt. Gelesen wurde überall, in Schulen, Tierparks, digital – und natürlich auch im Pressekonferenzraum des Rudolf-Harbig – Stadions! Rund 590.000 Menschen lasen in ganz Deutschland vor oder hörten spannenden Geschichten zu.

In diesem Jahr stand der Aktionstag unter dem Jahresmotto „Freundschaft und Zusammenhalt“ – denn neben Fußball, verbindet auch das Vorlesen und das Erleben von gemeinsamen (fiktiven) Abenteuern.

Foto: SG Dynamo Dresden | Dennis Hetzschold

 
Gelesen wurde vom Ex-Keeper zuerst aus dem Buch: „Nora und das kleine blaue Kaninchen“. Dabei geht es um eine Geschichte von zwei Kindern, die es zunächst schwer haben, Anschluss an eine Gruppe zu finden. Doch über ihre besondere Gabe, mit Fantasietieren zu sprechen, entsteht eine enge Freundschaft. Im Anschluss las Benny, auf Empfehlung seiner Tochter, aus dem Buch: „Die Schule der magischen Tiere“ und landete damit bei den Schulklassen einen echten Volltreffer. Im Anschluss konnten die beiden 5. Klassen der 25. Oberschule noch Fragen an den Kult-Keeper stellen und bekamen auf Wunsch noch personalisierte Autogramme. Eine Stadionführung rundete die Vorleseaktion ab.

Foto: SG Dynamo Dresden| Dennis Hetzschold

 
Der Bundesweite Vorlesetag ist seit 2004 Deutschlands größtes Vorlesefest. Jedes Jahr am dritten Freitag im November setzt der Aktionstag ein Zeichen für die Bedeutung des Vorlesens und begeistert Kinder und Erwachsene für Geschichten und Bücher. Lesen regt die Fantasie an und entführt uns in andere Welten. Deshalb ist es wichtig, Kinder frühzeitig für Bücher und Geschichten zu begeistern.
Ein großes Dankeschön an Benny Kirsten, Dynamo Dresden und die Projektgesellschaft!
Wir bedanken uns bei allen Mitwirkenden und Beteiligten für die tolle Zusammenarbeit. Der Vorlesetag war wieder ein sehr schöner Tag und nach dem Feedback der Schulklassen ein Highlight im Schulalltag.

Rückblick auf das Auswärtsspiel in Kiel

Zum Freitagabend fanden sich ca. 350 Dynamo-Fans beim Auswärtsspiel der SGD in Kiel ein. Davon haben 48 Fans an unserem Auswärtsfragebogen teilgenommen. Sie bewerteten die Partie mit einer Gesamtnote 2,24. Das ist für diese Saison ein überdurchschnittlich guter Wert, jedoch ein leichter Abfall im Vergleich zu den letzten Auswärtsspielen in Kiel.

In den Kategorien Einlasssituation und Ordnungsdienst gab es Saisonbestwerte. Die größten Kritikpunkte der Dynamo-Fans beziehen sich auf die An- und Abreise bzw. auf das Auftreten der Polizeibeamten (mangelnde Kommunikation, unklare oder fehlende Auskunft, unfreundliches Auftreten). Ebenfalls häufiger kritisiert wurde das Verhalten einiger Dynamo-Anhänger. Dabei wurden das Zünden von Pyrotechnik, der Vandalismus in den Toiletten, Gepöbel am Imbissstand sowie in einem Fall das Äußern von rassistischen Diskriminierungen genannt.

Wir bedanken uns bei allen Dynamo-Fans, die am Auswärtsfragebogen teilgenommen haben.

Bleibt gesund und viele Grüße,
Euer Fanprojekt-Team