Teilnahme an öffentlicher Anhörung zum Polizeigesetz

Am 19. Januar nahmen wir an der öffentlichen Anhörung für Bürgerinnen und Bürger zum neuen Polizeigesetz (SächsPVDG und SächsPBG) in Sachsen teil. Wir wurden eingeladen, um dort die Perspektive der Fußballfans auf den Gesetzentwurf darzustellen.
Neben anderen Gruppen – wie z.B. Menschen mit Migrationshintergrund – befürchten auch Fußballfans, dass sie in besonderem Maße von den erweiterten polizeilichen Befugnissen betroffen sein könnten.

Die Kritik richtet sich nicht gegen die Polizei als staatliche Institution oder die Notwendigkeit von Polizeiarbeit im Allgemeinen. Kritisiert wird stattdessen die Kompetenzerweiterung der Polizei, die zukünftig ohne – oder mit kaum vorhandener – Kontrolle anderer Instanzen (Richter, unabhängige Kontrolleinrichtung) Befugnisse zugesprochen bekommen soll, die einen starken Einschnitt in die Grundrechte als Bürger bedeuten und Fans ganz besonders betreffen könnten.

In allererster Linie wird die unklare Begrifflichkeit eines „Gefährders“ bzw. der „personifizierten Gefahrenlage“ bemängelt. Damit ist eine Person gemeint, die einem absehbaren Zeitraum eine Straftat von erheblicher Bedeutung begehen könnte. Auch die Begriffe „absehbarer Zeitraum“ und „erhebliche Straftat“ sind vage.

Viele der im Entwurf des Sächsischen PVDG festgeschriebenen Maßnahmen richten sich folglich auch gegen Personen, von denen die Polizei lediglich vermutet, dass sie eine Straftat begehen könnten. Dass Fußballfans einem Pauschalverdacht vonseiten der Polizei ausgesetzt sind, erleben regelmäßige Auswärtsfahrerinnen und -auswärtsfahrer häufig mehrmals in einer Fußballsaison.

Auch bei den Paragrafen, in denen Kontaktverbote, Aufenthaltsge- und verbote sowie die Beobachtung von sogenannten Kontakt- bzw. Begleitpersonen festgeschrieben sind, haben Fußballfans große Bedenken.

Vielen von ihnen wünschen sich die Einführung einer Kennzeichnungspflicht von Polizisten sowie die Einrichtung einer tatsächlich unabhängigen Vertrauens- und Beschwerdestelle.

Als Fanprojekt Dresden schließen wir uns in diesem Zusammenhang der Stellungnahme des Landesarbeitskreises Mobile Jugendarbeit Sachsen e.V. an: „Genauso wie es ein legitimes Anliegen ist, alle Menschen im Freistaat Sachsen vor schweren Gewalttaten zu schützen, müssen polizeiliche Befugnisse dabei im Einklang mit allgemeinen Menschenrechten und verfassungsmäßigen Grundrechten stehen.“

Team Lernzentrum wieder vereint!

Wieder vereint: das Team im Lernzentrum

„Wenn Menschen auseinandergehen, so sagen sie: auf WIEDERSEHEN!“ Nach vier Wochen Schnupperpraktikum ist Nora wieder zurück im Fanprojekt.

Motiviert bis in die Fußspitzen befindet sich das Team Lernzentrum aktuell in der Planungsphase für weitere spannende Projekte.
Schon im Februar fahren wir mit einer Jugendgruppe zu einer „Auswärtsfahrt“ nach Hamburg. Dort nehmen die Jugendlichen mit anderen Jugendgruppen an spannenden Workshops zu Hate Speech und Fake News teil und werden zudem noch zu Peer-Trainer*innen ausgebildet. Wer Lust hat, kann also zukünftig selbst mal Workshops im Lernzentrum durchführen. Neben einer Stadionführung und Besichtigung des FC St. Pauli-Museums bei Nacht gehört natürlich ein gemeinsamer Spielbesuch im Millerntor-Stadion dazu!

Ein weiteres Highlight im Lernzentrum ist die Paralympische Woche. Bereits zum dritten Mal beteiligen wir uns, gemeinsam mit 10 anderen Standorten bundesweit, an dieser Aktionswoche. Vom 18.-22.02. finden verschiedene Workshops zum Thema Inklusion im Sport statt. Die Jugendlichen erproben sich in inklusiven Sportarten, wie Walking Football, Para-Badminton, Rollstuhlbasketball, Gehörlosen- oder Blindenfußball. Zusammen mit einer Jugendgruppe aus Chemnitz werden wir uns im Goalball ausprobieren. Dabei wird uns u.a. Michael Falb, der Trainer der Blindenmannschaft vom Chemnitzer FC mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Die nächsten Monate geht es darum Begegnungen zu schaffen, Berührungsängste abzubauen und mal einen Perspektivwechsel zu erleben. Manchmal braucht es das einfach um wieder klarer zu sehen! Fortsetzung folgt… :)

Auswertung des Auswärtsspiels beim MSV Duisburg

Einen Tag vor Heiligabend schickte uns die DFL quer durch die Republik zum am zweitweitest entfernten Spielort der Saison. Das wohl einzig Positive war der Auswärtssieg der schwarz-gelben Mannschaft.

Die Ergebnisse der Online-Befragung:
Das Spiel in Duisburg erzielte die schlechteste Durchschnittsnote aller Begegnungen in dieser und auch in den beiden vergangenen Saisons. Insgesamt fällt bei den Rückmeldungen der Dynamo-Fans auf, dass sich die allermeisten von der Polizei ungerecht behandelt fühlten. Sowohl die Einkesselung der ca. 200 Fans an der Einlasskontrolle als auch die Polizeikette, die im Stadion die Gästefans am Verlassen ihres Blockes hinderte, wurden hier explizit genannt. Gerade die Zuschauer*innen im Stadion fühlten sich ihrer Freiheit beraubt. Darüber hinaus beschwerten sich v.a. weibliche Fans, dass sie im Stadion nicht die Toilette aufsuchen durften.
Zusätzlich wurde von einigen Gewalttaten der eingesetzten Beamten berichtet.
Auch das Agieren des Ordnungsdienstes wurde mehrfach kritisiert. Zum einen haben diese wohl eigenhändig die Jacke und Tasche eines Besuchers gewaltsam geöffnet, zum anderen müssen auch Provokationen und Handgreiflichkeiten vom Ordnungsdienst ausgegangen sein.
Aber auch das Verhalten der Dresdner Fans wird von einigen Fragebogenteilnehmer*innen kritisiert. Hierbei wird das Überlaufen der Einlasskontrolle erwähnt.

So ging das Fußballjahr 2018 mit sehr gemischten Gefühlen zu Ende.