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Fanprojekt-Tagung in Braunschweig

bag2015-webVom 24. bis zum 26. März fand in Braunschweig die 22. Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) statt. Neben dem fachlichen Austausch von über 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Fanprojekte aus ganz Deutschland am Mittwoch und Donnerstag stand dabei die offizielle Auftaktveranstaltung am Dienstag im Eintracht-Stadion im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses.

Besonders die Teilnahme des niedersächsischen Innenministers Boris Pistorius an der Podiumsdiskussion des ersten Veranstaltungstages stellte eine besondere Wertschätzung der Fanprojektarbeit dar. Der Minister zeigte im Rahmen der Diskussion ein besonderes Gespür für das Rollenverständnis der sozialpädagogischen Einrichtungen: „Wir dürfen die Fanprojekte nicht zum verlängerten Arm der Polizei machen und dürfen sie nicht mit unserer Erwartungshaltung überfrachten“.

Michael Gabriel, Leiter der Koordinationsstelle der Fanprojekte (KOS), unterstrich den gesellschaftspolitischen Auftrag und auch die Vertreter der Fußballverbände DFB und DFL lobten die präventive Arbeit der Fanprojekte.
„Der interne fachliche Austausch über die zukünftige Ausrichtung der BAG-Arbeit und ihrer Struktur war, wie schon 2014 in München, intensiv und nachhaltig. Daher werden wir einzelne Themenbereiche in der Zukunft vertiefen und fortsetzen“, so BAG-Sprecher Philip Krüger. Oberstes Ziel der BAG bleibt es, die Fanarbeit in Deutschland weiter zu professionalisieren, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den verschiedenen Standorten zu stärken und den Fußballfans professionelle Sozialarbeit anzubieten.

Bei den turnusmäßigen Wahlen wurden Philip Krüger (Fanprojekt Paderborn) und Sven Graupner (Fanprojekt Cottbus) von der Versammlung als BAG-Sprecher gewählt. Nach zehn Jahren in unterschiedlichen Ämtern der BAG war Matthias Stein vom Fanprojekt Jena nicht mehr zur Wahl angetreten. „Im Namen aller Kolleginnen und Kollegen möchten wir Matthias Stein für seine geleistete Arbeit und seinem über dem Maße hohes Engagement in der strukturellen und inhaltlichen Entwicklung der BAG danken“. Matthias Stein selber sagte zum Abschied: „Ich habe gemerkt, dass ich ganz beruhigt abtreten kann, da die Aufgaben in guten Händen sind. Außerdem bin ich ja nicht aus der Welt, ich bleibe dem Fanprojekt Jena und damit auch der BAG erhalten“.

Wir danken den Kolleginnen und Kollegen aller Fanprojekte für die Mitgestaltung einer tollen Tagung.

„Fanprojekte – Feigenblatt, Mauerblümchen oder wirksames Instrument?“ – Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte in Braunschweig

bag-e1384800512256Während DPolG-Chef Rainer Wendt einmal mehr dabei ist, „den ersten Toten“ (fanzeit.de v. 09.03.2015) bei einem Bundesligaspiel zu beschwören, sieht der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius „keine Gewaltwelle, die zunimmt“ (Süddeutsche.de v. 14.03.2015). In diesem Spannungsfeld findet die tägliche Arbeit von derzeit 56 Fanprojekten in der Bundesrepublik statt, und Fanforscher Jonas Gabler fragt: „Wo wären wir, wenn es keine Fanprojekte gäbe?“ (Kölner Stadt-Anzeiger v. 13.03.2015) Eigentlich kann es keinen passenderen Zeitpunkt für die Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) geben, die vom 24. – 26. März 2015 in Braunschweig stattfindet. Drei Tage lang werden sich 120 Mitarbeiter_innen aus 56 Fanprojekten sowie der Koordinationsstelle Fanprojekte bei der Deutschen Sportjugend (KOS) intensiv mit dem Arbeitsfeld und den Ansätzen und Perspektiven ihrer Arbeit auseinandersetzen und in
Erfahrungsaustausch treten.
Zur Tagungs-Eröffnung am Dienstag, dem 24.03.2015 ab 13 Uhr im VIP-Bereich des EintrachtStadions werden zahlreiche Ehrengäste erwartet, darunter Braunschweigs Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke, Eintracht-Vizepräsident Rainer Ottinger, Benjamin Kandler von der DFL, Bülent
Aksen vom DFB, Polizei-Vizepräsident Roger Fladung, KOS-Leiter Michael Gabriel, AWOGeschäftsführer Günter Kröger, Thomas Seliger vom Präventionsrat Braunschweig, Vertreter der AG Fananwälte und der Fanbeauftragten der Vereine.

Auf den anschließenden Fachvortrag von Kay Rohn zum Thema „Fanprojekte – Feigenblatt, Mauerblümchen oder wirksames Instrument?“ schließt sich um 15:30 Uhr eine Podiumsdiskussion mit Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius an. Am Mittwoch beschäftigen sich die Teilnehmer_innen in Workshops mit den Strukturen der BAG, den besonderen Bedingungen in der Fanprojektarbeit, der Profilschärfung innerhalb des „2-Säulen-Modells“ der Fanarbeit, Qualitätsmanagement und Öffentlichkeitsarbeit sowie auch den besonderen Aspekten kontinuierlicher, langjähriger Arbeit in Fanprojekten. Am Donnerstag steht die Mitgliederversammlung des BAG e.V. auf dem Plan, bei der Sprecher und Vorstand neu gewählt werden.