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Tag Archives: Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG)

Bundesweite Fanprojekt-Tagung am Millerntor

Von Dienstag bis Donnerstag trafen sich in dieser Woche alle bundesweit tätigen Fanprojekte zur 26. Tagung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) in Hamburg. Diese feierte zudem ihr 30-jähriges Bestehen. Während am Dienstag nach einleitenden Worten der BAG-Sprecherin Sophia Gerschel (Karlsruhe) und dem BAG-Sprecher Christian Helbich (Jena) auf einer Podiumsdiskussion über die Fokussierung der Fanprojekte auf originäre Jugendarbeit im Konflikt zu sicherheitspolitischen Erwartungen gesprochen wurde, arbeiteten die Fachkräfte am Mittwoch in insgesamt acht Workshops zu unterschiedlichen Themen, u.a. gemeinsam mit dem Rechtsanwalt Dr. Andreas Hüttl (Hannover) zu den bundesweiten Novellierungen des Polizeirechts in den Bundesländern und den daraus folgenden Konsequenzen für Fans und die sozialpädagogische Arbeit.

Das 30-jährige Bestehen der BAG ist für Janine Mutschischk, Mitarbeiterin im Fanprojekt Dresden, ein willkommener Anlass, um im Rahmen einer Arbeitsgruppe „Radikal-Update“ mit anderen Fanprojekt-Standorten an einer Neuausrichtung der Bundesarbeitsgemeinschaft zu feilen. Neben fachlichen Standards setzt sich diese AG unter anderem auch mit den Rahmenbedingungen professioneller Jugendarbeit und einer konzeptionellen Weiterentwicklung auseinander.

Die unter dem Motto „Segel setzen – Auf zu neuen Ufern?!“ stehende Tagung im Millerntor-Stadion auf Sankt Pauli endete am Donnerstag mit der Wiederwahl der bisherigen BAG-Sprecherin Sophia Gerschel und dem zweiten Sprecher Christian Helbich. Zudem wurden die Fanprojekte aus Wiesbaden und Halle neu in die Bundesarbeitsgemeinschaft aufgenommen. Wir danken dem Fanladen Sankt Pauli und dem HSV Fanprojekt für die tolle Organisation nebst Hafenrundfahrt.

Ost-Fanprojekte tagen in Zwickau

Vom 28. bis zum 30. August tagte in Zwickau der Ostverbund der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte. Mit den Grußworten des Amtsleiters für Schule, Soziales und Sport der Automobil- und Robert-Schumann-Stadt, Marcel Kruppa, wurden drei arbeitsintensive Sitzungstage eröffnet. Neben einer vom Dresdner Juristen Jan Graupner durchgeführten Weiterbildung zum Datenschutz im Anwendungsbereich der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung, die auch Auswirkungen auf Vereins- und Trägerstrukturen hat, beschäftigten sich die Fanprojekte insbesondere mit drei Themenkomplexen.

Das bisher im Freistaat Sachsen gültige Polizeigesetz soll nach dem Willen der Staatsregierung durch das Polizeivollzugsdienstgesetz und das Polizeibehördengesetz abgelöst werden. Die sächsischen Fanprojekte werden sich diesbezüglich eine fachliche Expertise aus sozialarbeiterischem Blickwinkel erarbeiten und den weiteren Prozess begleiten.
Einen weiteren Themenkomplex stellte der beendete Dialog zwischen den Fanszenen Deutschlands und den Fußballverbänden sowie die Ausgestaltung von insbesondere auf jugendliche Fußballfans ausgerichteten Angeboten in der Fanprojekt-Arbeit dar. Zudem referierte ein Kollege des Fanprojekts „Alte Försterei“ in einem hochinteressanten Vortrag über die Verknüpfung von Fankultur und Musik.

Das Fanprojekt Dresden bedankt sich für die mit großem Engagement von den Zwickauer Kollegen ausgerichtete Tagung.

Fanprojekte tagen in Freiburg

So trüb, wie es das Foto vermuten lässt, war die Stimmung eigentlich nicht. v.l.n.r.: Moderator Christoph Ruf mit den Diskutanten Gabriel Winterer (Polizei Freiburg) und Michael Aschmann (BAG)

Vom 21. – 23.03.2017 fand die 24. Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) in Freiburg statt. Die Tagung stand unter dem Tagungstitel „Der Tanz auf Messers Schneide – Fanprojektarbeit im Alltag“. Teilgenommen haben 130 Sozialarbeiter_innen aus 57 Fanprojekt-Standorten.

Im Rahmen der öffentlichen Auftaktveranstaltung hat unter anderem DFB-Präsidenten Reinhard Grindel ein Grußwort gesprochen. Zuvor hatte BAG-Sprecher Philip Krüger, in seiner Begrüßung, die Frage aufgestellt, auf welcher Seite sich Fanprojekte, als Einrichtungen der Jugendhilfe im Profi-Fußball, positionieren können. Die beantwortete Grindel deutlich: „Sie müssen immer auf der Seite ihres Klientels stehen“. Ähnlich formulierte es SC Freiburg-Vorstand Oliver Leki: „Fanprojekte sind ein Erfolgsfaktor für Fanarbeit“. Neben vielen positiven und unterstützenden Worten für die BAG und die Fanprojektarbeit gab es auch großen Diskussionsbedarf über wichtige Fanthemen.

Christoph Ruf moderierte ein Expertengespräch an dem Michael Aschmann (BAG), Gabriel Winterer (Polizei Freiburg), Dr. Rainer Koch (DFB) und Dr. Martin Winands (IKG Bielefeld) teilnahmen. Besonders kontrovers wurden fehlende Freiräume für junge Fans im Stadion und restriktive Maßnahmen seitens der Ordnungsbehörden diskutiert. Mirko Schumacher, Leiter vom Fanprojekt Freiburg, freute sich über den entstanden Dialog am Standort: „Wir können heute in einer Form miteinander sprechen, die vor zwei oder drei Jahren nicht möglich gewesen wäre“. Für die BAG ist damit auch ein großes Anliegen in Erfüllung gegangen, da der Tagungsstandort nicht ohne Grund gewählt wurde. „Wir freuen uns über die große Wertschätzung unserer Arbeit, die auch durch die hochrangigen Ehrengäste ausgedrückt wurde“, resümierte Philip Krüger, der für die BAG auch eine Einladung des DFB-Präsidenten zum persönlichen Gespräch annehmen konnte.

Der zweite Tagungstag diente internen Workshops in denen die Impulse aus dem ersten Tag weiterdiskutiert wurden. Ein Ergebnis ist unter anderem die Forderung nach einer transparenteren Sportgerichtsbarkeit, damit Fußball-Fans und Zielgruppen von Fanprojektarbeit DFB-Strafen, wie Blocksperren, nachvollziehen können. Am dritten Tag standen auch die turnusmäßigen Wahlen auf dem Programm, Sophia Gerschel vom Fanprojekt Karlsruhe und Christian Helbig vom Fanprojekt Jena wurde als neue Sprecher gewählt. Sven Graupner und Philip Krüger wurden mit großem Lob für ihre Arbeit aus dem Amt verabschiedet. Die BAG dankt dem SC Freiburg, der Stadt Freiburg, dem Fanprojekt Freiburg, dem Jugendhilfswerk Freiburg und all denen, die an der Vorbereitung und Durchführung der Tagung mitgewirkt haben.