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Tag Archives: Dynamo Fans

Fanprojekt übergibt Schlafsäcke und Isomatten von Dynamo-Fans an Treberhilfe Dresden

Kurz vor Weihnachten übergab das Fanprojekt über 30 Schlafsäcke, zahlreiche Isomatten und Decken der Treberhilfe Dresden. Diese werden nun an wohnungslose Menschen weitergereicht. Gerade in der kalten Jahreszeit ist der Verbrauch von Schlafsäcken hoch, da diese durch Feuchtigkeit in Mitleidenschaft gezogen werden.

Zahlreiche Einzelpersonen, aber auch einige Fanclubs beteiligten sich an der Sammelaktion. So wurden uns Pakete aus dem gesamten Bundesgebiet zugeschickt, viele Fans kamen auch persönlich vorbei und übergaben uns ihre Spenden direkt. Einen besonders großen Dank möchten wir den Mitgliedern des Fanclubs „Ostdeutsche Jungs“ aussprechen, die mehrfach mit vollgeladenem Kofferraum vorgefahren kamen und in ihrem Familien- und Freundeskreis für die Aktion gesammelt haben.

Ronald Beć, Leiter des Fanprojekts Dresden: „Wir freuen uns sehr über das Engagement vieler Dynamo-Fans, sich an der Sammlung zu beteiligen. Gleichzeitig haben Dresdner Fans in den vergangenen Jahren regelmäßig uneigennützig ihre Hilfsbereitschaft unter Beweis gestellt und immer wieder soziale Verantwortung übernommen.“
Dieter Wolfer von der Treberhilfe: „Wir benötigen genau diese Hilfen, weil es für wohnungslose Jugendliche und Erwachsene wenig niedrigschwellige Unterstützung gibt. In der Albertstraße 32 ist unser Kontaktladen. Hier erhalten Menschen, die „auf Trebe“ sind, Beratung und Begleitung. Mittwochs ist der Kontaktladen geöffnet und donnerstags sind wir mit dem SozialBus in der City. Für Beratungen gibt es Einzeltermine.“
Die Sammelaktion läuft auch im neuen Jahr weiter. Ihr könnt uns immer zu den Geschäftszeiten Schlafsäcke, Isomatten und Decken vorbeibringen. Ruft sicherheitshalber aber vorher nochmal an.

Schwer verletzter Dynamo-Fan bei HSV-Spiel: Fanprojekt sucht Bildmaterial!

Nachdem ein Dynamo-Fan im Zuge des Auswärtsspiels beim Hamburger SV sehr schwere Verletzungen erlitt, die erhebliche bleibende Schäden zur Konsequenz haben, versucht die Familie des Betroffenen nun auf juristischem Wege die Vorkommnisse aufzuklären und die Schuldfrage zu klären. Nach unserem Aufruf meldeten sich wichtige Zeugen, die für das weitere Verfahren von Bedeutung sind.

Doch leider reicht dies noch nicht. In Rücksprache mit der Familie des Verletzten und seiner Anwältin bitten wir nun alle Personen, die über Video- und Fotomaterial vom Abmarsch der Dynamo-Fans in Hamburg verfügen, sich dringend mit uns in Verbindung zu setzen. Jeder Bildausschnitt, jede noch so unbedeutend scheinende Videosequenz kann entscheidend für den Verlauf des Verfahrens sein.

Solltet ihr über entsprechendes Material verfügen, sendet uns bitte eine E-Mail an zeugen@fanprojekt-dresden.de. Bitte schickt uns keine Fotos und keine Videos!

Folgende Informationen soll die E-Mail enthalten:

  1. Vor- und Familienname
  2. Kontakt (E-Mail/Telefonnummer)
  3. Adresse
  4. Wir melden uns umgehend bei euch und teilen euch mit, wie der weitere Werdegang aussieht und auf welchem Wege das Material an die Anwältin der Familie gelangen kann. Vielen Dank!

Auswertung des Auswärtsspiels beim FC St. Pauli

Erst einmal vielen Dank an alle Fragebogenteilnehmer*innen! Exakt 340 Personen haben mitgemacht und uns ihre Eindrücke, Anmerkungen und Meinungen zum Auswärtsspiel der SGD am Millerntor gesendet.
Mit der Durchschnittsnote 3,49 ist die Partie in Hamburg eines der schlechtesten Spiele in den vergangenen Jahren. Ausschlaggebend dafür sind v.a. die negativen Bewertungen für den Polizei-Einsatz, aber auch die sehr schlechten Noten für die Stimmung und insbesondere für das eigene Verhalten in St. Pauli.
Der größte Teil der Rückmeldungen dreht sich um die vielen schlechten Erfahrungen, die Fans mit der Polizei in Hamburg machten. Der Einsatz war für die allermeisten Fans nicht nachzuvollziehen und sehr viele Unbeteiligte wurden durch das hektische Vorgehen der Beamten (massiver Pfefferspray-Einsatz, Rennen durch Menschenansammlungen, Umherschubsen und Niederknüppeln von Personen, Absperren von Ausgängen) beeinträchtigt. Die Verhältnismäßigkeit wird von vielen Fans angezweifelt.
Sehr viel Kritik wurde auch am Fanverhalten im eigenen Block geäußert. Diese richtete sich v.a. gegen das sexistische Spruchband, das Zerstören der Sanitäranlagen, den Umgang mit Fans ohne Fanutensilien sowie gegen einzelne Personen, die sich rassistisch äußerten.

Den von Hamburger Medien verbreiteten Vorwurf, Dynamo-Fans hätten absichtlich einen schwerverletzten St. Pauli-Fan, der im Heimbereich notärztlich versorgt werden musste, mit Bierbechern beworfen, können wir nicht bestätigen.
Nach unseren Auswertungen gehen wir davon aus, dass aufgrund der Sichtachsen zum einen fast niemand der Dynamo-Fans im Gästebereich den Notarzteinsatz im Block nebenan sehen konnte und dass die Becherwürfe den Polizisten galten, die sich im Pufferbereich zwischen Heim- und Gästeblock aufhielten bzw. die sich hinter den Blöcken in Auseinandersetzungen mit Dynamo-Fans befanden. Dass dabei ein Becher über die Polizisten in Richtung der Sanitäter oder gar des Verletzten geflogen ist, können wir aber nicht ausschließen.
Um eines klarzustellen: Ob auf Sanitäter, Fans, Ordner oder Polizisten – die Becherwürfe sind keinesfalls zu entschuldigen!

Seit über einer Woche sind wir im Austausch mit verschiedenen Fangruppierungen und thematisieren die starke Kritik am Fanverhalten, um gemeinsam kurz- bis mittelfristig Lösungen für die benannten Probleme zu finden. Wir bedanken uns für offene Ohren und appellieren – nicht nur jetzt in der besinnlichen Jahreszeit – an die Vernunft und den Anstand aller Auswärtsfahrer*innen!

Ein besonderer Dank geht von uns an das Team der Schwarz-Gelben Hilfe sowie an den Fanladen St. Pauli, die uns rund um den Spieltag in besonderer Weise unterstützt haben!