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17.04. Vortrag im FANHAUS: Amedspor …

… Geschichte eines Fußballvereins zwischen kurdischer Identität und türkischer Repression.

Im Rahmen einer deutschlandweiten Soli Tour wird die Situation des kurdischen Fußballvereins Amedspor in der Türkei dokumentiert und Interessierten hierzulande zugänglich gemacht werden. Dazu begrüßen wir am kommenden Mittwoch, 17.04. ab 19 Uhr Gäste im FANHAUS auf der Löbtauer Straße, die euch einen Einblick in diese Thematik geben werden.

Der Verein Amedspor wurde im Jahr 2014, während sich die Türkei und die kurdische Freiheitsbewegung in Friedensverhandlungen und einer Phase der Entspannung befanden, nach dem kurdischen Namen der Stadt Diyarbakir in Amedspor umbenannt.
Seit der Umbenennung erfreut sich der Club einer großen Beliebtheit unter der kurdischen Bevölkerung der Türkei. Diese Popularität zeigt sich insbesondere auch in der Struktur des Vereins, der basisdemokratisch organisiert ist. Fans, Spieler*innen und Funktionäre entscheiden Hand in Hand über die Belange des Vereins.
Seitdem ist der Verein aber auch Zielscheibe nationalistischer Übergriffe durch gegnerische Fans, Spieler*innen und Schiedrichter*innen. Vom türkischen Fußballverband wird Amedspor systematisch benachteiligt und von den staatlich kontrollierten Medien als „Terroristenclub“ verschrien.
Nach dem Putschversuch 2016 und dem anschließend verhängten Ausnahmezustand setzte die Regierung unter Erdogan die Stadtverwaltungen in vielen kurdischen Städten ab und installierte dort ankaratreue Stadthalter*innen. Für Amedspor bedeutete dies das Ende der Unterstützung durch die Stadtverwaltung. Durch Verbandsstrafen und systematische Benachteiligung gebeutelt, kämpft der Verein heute um sein wirtschaftliches Überleben.

Kommt vorbei und seid dabei beim Gespräch mit Fans des Vereins Amedspor aus Amed/Diyarbakir.

Wann? 17.04.2019 ab 19 Uhr
Wo? FANHAUS, Löbtauer Straße 17, Dresden
Was? Vortrag „Geschichte eines Fußballvereins zwischen kurdischer Identität und türkischer Repression“

Vortrag in der Uni

Am vergangenen Mittwoch konnten sich Christian und Ronald in alte Zeiten zurückversetzen, in denen sie als junge Hüpfer ein studentisches Leben voller Strebsamkeit und Fleiß führten. Im altehrwürdigen Weberbau an der Fakultät Erziehungswissenschaften der TU Dresden hielten beide einen Vortrag über die Fanprojekt-Arbeit.

Neben der Vorstellung des Arbeitsfeldes und verschiedener Herausforderungen wurde den 25 Studierenden geschildert, was es für junge Menschen eigentlich bedeutet, Fan eines Fußballvereins zu sein, welche wichtige persönliche Bedeutung eine Mitgliedschaft in einer Fangruppe hat, welche Freundschaften, welches Zusammengehörigkeitsgefühl und welche kreativen Potentiale daraus entstehen können.

In den vergangenen Jahren haben wir mehrere Vorträge vor Studierenden verschiedener Hochschulen und Universitäten gehalten. Das ist nicht nur eine tolle Abwechslung, sondern bietet uns auch die Möglichkeiten, in einen kritischen Austausch mit jungen Menschen zu treten, die in absehbarer Zeit selbst „in der Praxis“ unterwegs sein werden. Bereits in der kommenden Woche schaut dann eine Gruppe angehender Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter der Evangelischen Hochschule Dresden im FANHAUS vorbei.

Perlen vor die Säue werfen?

Zum zweiten Termin unserer Veranstaltungsreihe „Hakuna Matate – Fußballkultur in Afrika“ besuchte uns am vergangenen Mittwoch der renommierte Sportjournalist Jens Weinreich. Auf Grundlage seiner jahrelangen Recherchen zur Korruption im weltweiten Profifußball sprach er über die Geschichte, die Entwicklung sowie die aktuellen Zustände des afrikanischen Verbandes CAF [Confederation Africaine de Football].

Vor versammelte Runde warf Weinreich Fragen auf, inwieweit die diskussionswürdigen Umstände im afrikanischen Fußballwesen von der FIFA begünstigt werden, wie sehr Vetternwirtschaft und Klüngelei die guten An- und Vorsätze des Sports negieren und welche Möglichkeiten den Fankulturen in Europa bleiben, um der Misswirtschaft des CAF die Stirn zu bieten? Vor allem der Aspekt der Entwicklungshilfe wurde von Weinreich gesondert diskutiert. Milliarden an FIFA-Entwicklungshilfe für den Ausbau der Organisationsstrukturen in Afrika seien so schon auf den Konten einiger weniger Funktionäre „verschwunden“. Diese „Perlen vor die Säue“ hätten den afrikanischen Fußball in den letzten vierzig Jahren bereits ganz anders aufstellen können.

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Die interessierten Besucher des Abends suchten im Anschluss an den Vortrag noch lange das Gespräch mit dem Journalisten und zeigten sich sehr neugierig. Nach einer regen Diskussion musste Jens Weinreich direkt vom Podium aus wieder in Richtung Bahnhof aufbrechen. Zum Abschluss zeigte sich Weinreich aber positiv und riet allen, sich offen und zu jeder Gelegenheit gegen die Korruption im Fußball auszusprechen. Solange die Fans sich nicht gänzlich den Machenschaften der FIFA ergeben, bleibt Hoffnung.